Polizeieinsatz bei Schwabinger Hof-Flohmärkten

von Achim Manthey

Bunt ging's zu (Alle Fotos: Achim Manthey)

Mittags war Schluss für die fliegenden Händler, die anläßlich der Schwabinger Hof-Flohmärkte am 21. Mai den Habsburgerplatz okkupiert hatten. Die Polizei zeigte allen Nichtschwabingern die rote Karte.

Bis aus Sigmaringen waren sie angereist, um ihre Flohmarktsartikel feilzubieten. Schon um sieben Uhr in der Frühe hatte die ersten begonnen, ihre Stände aufzubauen, und lange vor dem offiziellen Startschuss angefangen zu verkaufen. Auf die Beschwerde einer Anwohnerin hin setzte die Polizei dem Treiben gegen Mittag ein Ende und blies zum Abbau. Dass davon dann auch Bewohner der umliegenden Häuser betroffen waren, entsprach zwar den Spielregeln des Veranstalters, wirkte aber doch etwas kleinkariert.

250 Hausgemeinschaften hatten sich zur Teilnahme an dieser seit dem Jahr 2000 veranstalteten Aktion angemeldet, die bei herrlichem Wetter hunderte von schau- und kaufwilligen Besuchern nach Schwabing lockte. In Hinterhöfen, Hauseingängen und Gärten waren die Stände aufgebaut, an denen allerlei Nützliches und Unnützes angeboten wurde.

Auch ein Haarteil war dabei

Abgelegte Kleidung, Bücher, Kitsch und Krempel. Ein Haarteil wurde ebenso gesichtet wie eine Auswahl an Gebissen in der Schachtel. Mit Bettgestellen, Stühlen und Tischen, kompletten Essgeschirren in dunkelblau mit Sternchen, Lampen, Unterhaltungselektronik und Bildern hätten sich junge Paare für einen Hunderter glatt ihre Erstausstattung zusammenkaufen können. Für Kinder war es ein Spielzeugparadies. Vieles wechselte allerdings auch den Besitzer, von dem absehbar war, dass es lediglich von einem Keller in den anderen wandern würde, um dann vielleicht im kommenden Jahr auf irgendeinem Hof-Flohmarkt wieder aufzutauchen.

Unabhängig von der Möglichkeit zur Begegnung, zum Gespräch und Austausch an Schwabinger Flohmarkttischen bot sich die Gelegenheit, Hinterhöfe und Hausgärten kennen zu lernen, in die Fremde sonst nicht kommen. Allein entlang der Friedrich- und Hohenzollernstraße existieren liebevoll hergerichtete Preziosen, die bei dieser Gelegenheit gesehen zu haben allein schon ein Gewinn war.

Es war ein Tag in Schwabing, der für alle etwas geboten hat. Sogar für unsere Ordnungshüter.

 

Veröffentlicht am: 22.05.2011

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