Eine virtuose Hélène Grimaud zu Gast im Prinzregententheater

von Volker Boser

Im Prinzregententheater spielte Hélène Grimaud zwei Klavierkonzerte von Mozart ein wenig burschikos, doch stets energisch, vorwärts drängend und empfindsam, lebendig, kraftvoll und virtuos.

Das bekam vor allem dem F-Dur-Konzert KV 459 prächtig. Trotz hurtiger Gangart hatten die gut gelaunten Holzbläser des BR-Kammerorchesters keine Mühe, der prominenten Solistin Paroli zu bieten: Miteinander, nicht nebeneinander hieß die überzeugende Devise.

Im A-Dur-Konzert KV 488 gelang das „Adagio“ am schönsten. Hélène Grimaud musizierte es wunderbar empfindsam und im Wissen um all´ jene Wunderdinge, die Schubert oder Schumann später wagten. Einige rhythmische Eigenwilligkeiten durften sein, kratzten aber nie an der Struktur.

Warum als Finale dieses bis dahin außerordentlichen Mozartabends ausgerechnet dessen vorletzte Symphonie (KV 550) gewählt wurde, blieb angesichts des mageren musikalischen Ergebnisses ein Rätsel.

Zwanzig Minuten zackiges G-Moll, Radoslaw Szulc hetzte die BR-Musikanten ohne Punkt und Komma durch die Noten. Die Wiederholungen, ob im ersten, zweiten oder vierten Satz, wurden gnadenlos der unangebrachten Eile geopfert. Das war nicht nur schade, sondern auch vollkommen unnötig.

Schließlich gibt es auch nach 22 Uhr noch genügend Möglichkeiten, mit einem öffentlichen Verkehrsmittel nach Hause zu kommen.

Veröffentlicht am: 24.05.2011

Über den Autor

Volker Boser

Volker Boser ist seit 2010 Mitarbeiter des Kulturvollzug.

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