„Warte, bis es dunkel ist“ in der Komödie

Spannend bis zuletzt

von Gabriella Lorenz

Susanne Uhlen und Sebastian Goder. Foto: Lorocca

Dieses Püppchen hat es in sich: einen Beutel Diamanten. Ein netter Fotograf hat es für eine Mitreisende im Flieger mitgenommen. Leider war es unauffindbar, als die Dame es abholen wollte. Weshalb jetzt drei Gangster dahinter her sind und die irrsten Räuberpistolen erzählen, um die Wohnung zu durchsuchen - in Anwesenheit der blinden Hausfrau Susy. 1967 wurde Frederick Knotts Bühnen-Thriller „Warte, bis es dunkel ist“ mit Audrey Hepburn verfilmt. In der Komödie im Bayerischen Hof hat Susanne Kieling den Krimi-Klassiker inszeniert. 

Durch enorme Darsteller-Präsenz ist er spannend bis zuletzt. Die Regisseurin alias Schauspielerin Susanne Uhlen (ihr Regie-Name stammt von ihrem Vater Wolfgang Kieling) spielt selbst die Hauptrolle.

Für ein Püppchen, mit dem sie leichtes Spiel haben, halten die Gangster auch die blinde Susy. Doch die hat es ebenfalls in sich: Als sie kapiert, dass falsches Spiel getrieben wird, dreht sie den Spieß um und macht ihr Handicap zum Vorteil. Sie löscht alle Lichter. Susanne Uhlen spielt die Blindheit tastend und mit leerem Blick überzeugend und mitreißend.

Zunächst fällt Susy voll rein auf den charmanten Mike, der sich als alter Freund ihres Mannes und Helfer in der Not ausgibt: Bei Pascal Breuer glaubt man tatsächlich Mitgefühl für Susy zu spüren. Als sein Kompagnon Carlino liefert Torsten Münchow erst den komischen Tolpatsch und dann einen falschen, gar nicht dämlichen Sergeanten. Beide sind nur Marionetten des skrupellosen Roat: Der virtuose Sebastian Goder klischiert in seinen drei Verkleidungen fast zu sehr. Und liefert sich mit Susy einen furiosen Küchenmesser-Showdown.

Komödie im Bayerischen Hof, bis 5. Januar 2013, Mo - Sa 20 Uhr, So 18 Uhr, Tel. 29 28 10

Veröffentlicht am: 12.11.2012

Über den Autor

Gabriella Lorenz

Gabriella Lorenz ist seit 2010 Mitarbeiterin des Kulturvollzug.

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