"Frosch und die anderen" in der Schauburg: Eine Parabel im Kleinformat

von Gabriella Lorenz

Figurentheater mit Frosch: Panos Papageorgiou und Meisi von der Sonnau, Foto: DigiPott

Sei kein Frosch! Das heißt soviel wie: Mach mit! Sei nicht feige und ängstlich! Weder feige noch ängstlich, sondern unternehmenslustig und neugierig ist der Frosch, der in den Kinderbüchern des holländischen Autors und Zeichners Max Velthuijs die Hauptrolle spielt. Nach Geschichten von Velthuijs zeigt das Theater Pappmaché in der Regie des Schauburg-Hausherrn George Podt die Uraufführung „Frosch und die Anderen“ für Kinder ab 4. Ein bezauberndes Figurenspiel, dessen liebevolle Details auch Erwachsene entzücken.

Die kleine Bühne im Studio unterm Dach hat Günter Mattei als großen Bilderrahmen gestaltet: Auf Tischchen stehen vier bunte Minihäuschen für Frosch und seine Nachbarn. Ente ist fröhlich und faul, Schweinchen backt die besten Kuchen, Hase kann lesen und weiß stets Rat. Und Frosch freut sich, ein grüner Frosch zu sein, weil Grün seine Lieblingsfarbe ist. Ente ist nicht grün, kann aber fliegen - das stürzt Frosch in eine Existenzkrise. Denn trotz allen Übens und selbstgebauter Flügel bringt er das nicht zustande. Mit dem Kuchenbacken und dem Lesen klappt es auch nicht: Frosch fühlt sich nutzlos.

Auch Fremde können Freunde werden: Ratte kommt neu ins Dorf, Foto: DigiPott

Meisi von der Sonnau und Panos Papageorgiou sind die Erzähler und Puppenspieler. Die Gummifigürchen, die aus den Haustüren erscheinen, wandern in ihre Jackentaschen, wenn sie für Szenen auf dem schwarzen Spieltisch an der Rampe größere Figuren aus der Hosentasche brauchen. So werden die Theatermittel offen gezeigt, aber natürlich sind im Kleiner-Größer-Wechselspiel auch Taschenspielertricks erlaubt: Wie passt ein Teller im Realformat durch die Minitür?

Das Stück spart Problematiken nicht aus: Ist Freundin Amsel nur krank oder wirklich tot? Und was will die fremde Ratte, die hier ihr Campingzelt aufschlägt? Da wird voller Vorurteile gemobbt und getratscht, bis Ratte als erfahrenener Abenteurer effizient einen Hausbrand löscht. Danach tanzt man Sirtaki. Am Ende gibt es ein großes Fest und einen neuen Freund: einen kleinen Bären.

In einem ruhigen Erzählfluss offenbart die Aufführung wunderbare Einfälle und komische Überraschungen plus die Botschaft, dass unter Freunden sich jeder mit seinen eigenen Fähigkeiten akzeptieren muss. Großes Kindertheater für die Kleinen.

 

Schauburg, 10., 12., 16. Nov., 10., 17. Dez. 2011 (meist nachmittags), Tel. 233 371 55

Veröffentlicht am: 08.11.2011

Über den Autor

Gabriella Lorenz

Gabriella Lorenz ist seit 2010 Mitarbeiterin des Kulturvollzug.

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