Neue Malerei von Ulrich Erben bei Walter Storms

Die Strenge der Form

von Achim Manthey

o.T. 2012 (c) Ulrich Erben, courtesy Walter Storms Galerie

Die Ausstellung "in augenhöhe" zeigt jüngere Arbeiten des Malers Ulrich Erben. Sie beweist, dass die Einhaltung strenger formaler Prinzipien nicht langweilig sein muss.

Eine Ausstellung fast ausschließlich mit großformatigen Farbtafeln eines Künstlers zu bestreiten, ist schon mutig. Aber mit den Arbeiten des Malers Ulrich Erben geht das problemlos. Fünf titellose, 2012 entstandene Gemälde in Acryl und Pigment auf Leinwand in satten Brauntönen, in Umbra oder Hellblau unterstreichen das Spiel des Künstlers mit der Geometrie. Die Farbflächen werden durchbrochen von waagerechten, kontrastierenden Farbstreifen: Das geht ineinander über, ohne zu verschmelzen, bleibt abgrenzbar und ist doch Eins.

Schwerpunkt der Ausstellung bilden aktuelle Werke Erbens, mit denen er seine Reihe "Siria" fortsetzt und abschließt. 2007 hatte der Künstler die Wüstenlandschaften Syriens bereist. Wer nun die Abbildung von Sanddünen, flächigen Weiten oder gar palmengesäumten Oasen assoziiert, sieht sich getäuscht. Minimalistisch agiert Erben auch hier formentreu. Allenfalls der Wechsel der nuanciert aufgetragenen Farbabstufungen lassen die am Ort gesehenen "farbigen Phenomene" - wie es im Begleittext zur Ausstellung heißt - erahnen.

Ulrich Erben "in augenhöhe", Ausstellungsansicht. Foto: Walter Storms Galerie

Ulrich Erben, 1940 in Düsseldorf geboren, studierte an den Kunstschulen Urbino und Venedig sowie in Hamburg, München und Berlin. Von 1980 bis 2005 hatte er eine Professur an der Kunstakademie Münster inne. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen vertreten und wurden international in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf und im italienischen Bagnoregio.

2013 entstand die Werkreihe "in augenhöhe" , von der die Schau den Titel nimmt. In einem eigenen Raum auf 166 Zentimetern Höhe gehängt ergeben die neun Gemälde ein besonderes Seherlebnis. Farbflächen in gedecktem Weiß - eigentlich eine Nichtfarbe - sind mittig durch schmale, schwarz-grau ineinander fließende und doch abgegrenzte Streifen durchbrochen. Es kann dahinstehen, ob die einzelnen Bilder isoliert wirken würden. In einer Art Wandinstallation wie in der Ausstellung gezeigt ergibt sich bei "in augenhöhe" eine optische Täuschung durchgezogener Linien, die überrascht, verwirrt und fasziniert.

Bis zum 3. August 2013 in der Walter Storms Galerie, Schellingstraße 48 in München, Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr, Eintritt frei.

Veröffentlicht am: 31.07.2013

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