15 Jahre Klinik-Clowns in Bildern im Kinderspital

Lachen hilft. Lachen machen auch

von Achim Manthey

Lachen ist für die Kleinen mehr als ein Geschenk (Foto: Manfred Lehner)

Eine Foto-Ausstellung in München mit Bildern von Manfred Lehner zeigt die wichtige Arbeit der Klinik-Clowns.

Manchmal ist es gar nicht so lustig, lustig zu sein. Normalerweise toben Kinder gern, sind gern fröhlich, lachen gern. Bei denen aber, um die sich die Klink-Clowns nun schon seit 15 Jahren kümmern, ist das anders. Sie würden ja gern, können es aber nicht mehr. Schwer krank oder behindert leben sie in Kliniken, auf Palliativstationen oder Pflegeheimen, häufig an den Rollstuhl oder das Bett gefesseelt, angeschlossen an monströse Apparaturen, die ihr Leben erhalten.

"Dr. Piccolo" und Dr. Tappsel" waren die ersten, die 1998 im Dr. von Haunerschen Kinderspital in München die kleinen Patienten zum Lachen brachten. Dort wo alles begann, ist nun die Ausstellung "Ein Lachen schenken - Begegnungen mit den KlinikClowns" zu sehen.

Der Fotograf Manfred Lehner, der in Valley lebt und arbeitet, hat die Spaßmacher in Kinderkliniken begleitet. Es sind beeindruckende Aufnahmen von Menschen in besonderen Situationen entstanden, Sie berühren nicht, weil sie Mitleid erregen, sondern Freude und Optimismus ausstrahlen, ohne zu beschönigen. Ein bisschen Schminke, eine rote Nase, ein buntes Kostüm und ganz einfache Requisiten wie Luftballons und Seifenblasen bewirken Wunder, ebenso ein klein wenig Nähe und Zuwendung, die im Klinikalltag zuweilen zu kurz kommen kann. Für ihre Besuche erhalten die Darsteller "Visite"-Pläne mit kurzen Angaben zu den kleinen Patienten. Diagnosen werden nicht angegeben. Dafür gibt es kleine Vermerke wie "geht gut heute" oder "geht's nicht so gut". Dass die Arbeit hilft, ist medizinisch wie psychologisch längst erwiesen.

Gib mir die Hand, ich lebe (Foto: Manfred Lehner)

Inzwischen sind 54 Proficlowns, die alle zusätzlich eine heilpädagogische Zusatzausbildung gemacht haben, in 25 bayerischen Kinderkliniken unterwegs. 36 Seniorenheime und vier Einrichtungen für behinderte und schwerkranke erwachsene Menschen sind im Lauf der Jahre dazugekommen. Denn auch die Großen in ihrem Schicksal, oft abgeschoben und vergessen in diesen Wartesälen auf das Ende, haben Anspruch auf Ansprache und Nähe. Auf mehr als 16.000 "Visiten" sind die Clowns in den 15 Jahren gekommen und haben weit mehr als 300.000 Menschen erreicht.

Das Projekt und die Arbeit, die dahinter steht, beeindruckt. Die kleine, sehenswerte Ausstellung transportiert genau das.

Bis zum 30. Juni 2013 im Dr. von Haunerschen Kinderspital, Lindwurmstraße 4, 2. OG, "Auf der Brücke",  in München, täglich von 8 bis 18 Uhr, Eintritt frei. Die Ausstellung ist anschließend im Oktober und November 2013 beim Clownfestival in Holzkirchen und ab 2. Dezember 2013 im Deutschen Herzzentrum in München zu sehen. Am 27. Juli 2013 feien die Klinik-Clowns Geburtstag auf dem Münchner Odeonsplatz mit Musik, Theater und anderen Clownerien.

Veröffentlicht am: 19.06.2013

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