14. Lange Nacht der Münchner Museen

Wollust, Glühbirnenstrick und ein Riesenhai

von Achim Manthey

Umstrickte Glühbirnen (Foto: Galerie Handwerk)

Vier Touren, fast vierzig Ausstellungsorte. Die 14. Lange Nacht der Münchner Museen geht in die Vollen und bietet allerlei Kurioses.

"Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da, die Nacht ist da, das was gescheh." Dieser Song aus dem Film "Tanz auf dem Vulkan" könnte das Motto abgeben für die lange Museumsnacht an diesem Samstag, zu der fast vierzig Museen, Instititionen und Galerien mit zahlreichen Sonderveranstaltungen einladen. Man kann sich mit historischen Omnibussen durch die Stadt kutschieren lassen oder im Theatermuseum selten gespielte Operetten-Arien anhören. In der Theatinerkirche zeigt der Berliner Künstler Philipp Geist die begehbare Licht-Video-Installation, mit der er Glaube, Zeit und Licht visualisiert. Das Müller'sche Volksbad präsentiert sich mit Führungen durch die historischen Räume.

1911 war Thomas Mann in Italien und Venedig. Seine wohl populärste Novelle "Der Tod in Venedig" entstand nach dieser Reise. Das Literaturhaus widmet dem die Ausstellung "Wollust des Untergangs - 100 Jahre Thomas Manns ,Der Tod in Venedig'", die der Wirkung und Sprachmacht der Erzählung nachspürt. Wer es weniger ernst mag in der Nacht, kann in der Galerie Handwerk die Arbeiten bedeutender Textilküstlerinnen, darunter umstrickte Glühbirnen, mit Kreuzstich bestickte Metalleimer oder gequiltete Kirchen bestaunen. Archaeopteryx, der Urvogel, und Bayerns größte und kleinste Dinosaurier bietet das Pläontologische Museum. Und das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum München erlaubt Einblicke in die Unterwasserwelt und zeigt das Präparat eines mehr als vier Meter langen Hais.

Pan bläst zur langen Nacht (Foto: Veranstalter)

Es gibt also auch neben den großen Häusern, die mit ihren aktuellen Ausstellungen oder ständigen Sammlungen aufwarten, jede Menge zu entdecken. Darunter auch Sehstücke, die sonst vielleicht nicht so stark wahrgenommen werden, wie zum Beispiel das Kartoffelmuseum an der Grafinger Straßemit der Schau "Friedrich der Große: König, Kriegsherr, Kartoffelheld" oder das Hotel Mariandl mit dem Langzeitprojekt "Zimmer frei", in dem internationale Künstlerinnen und Künstler auf zwei Etagen die Hotelzimmer beziehen und mit ihren Werken bestücken.

Zahlreiche Musikveranstaltungen ergänzen das Schau-Programm. Es gibt viel zu sehen, zu hören und zu erleben. Und am Sonntag kann man ja - vielleicht oder hoffentlich - ausschlafen. Es gibt weiß Gott schlechteres, als mit Kunsteindrücken in Morpheus Arme zu sinken.

Am Samstag, den 20.Oktober 2012 von 19-2 Uhr, Tickets für 15 Euro inkl. MVV-Gesamtnetz und MVG-Shuttlebusse. Näheres unter www.muenchner.de

 

 

Veröffentlicht am: 20.10.2012

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