Medienkunst von Andreas Horlitz

Interdisziplinär und undogmatisch - Sinnbilder unserer Zeit

von Achim Manthey

Lexicon I (Federn), 2011 (c) Andreas Horlitz, courtesy Galerie Florian Trampler

Die Ausstellung "Biometrien und Palimpseste - Spiegelwerke und Fotoarbeiten" bietet eine kleine Werkschau der Arbeiten des Münchner Künstlers Andreas Horlitz.

Den Feder-Kopfschmuck eines Inka-Häuptlings von oben zu fotografieren ergibt zwar ein buntes Bild, ist aber noch keine Kunst. Für die Ideenwelten von Andreas Horlitz wäre das auch zu banal. Der Künstler sucht nach den Sinnbildern unserer Zeit, wie sie sich aus Wissenschaft, Kunst, Religion und Natur herleiten. Für eine bildliche Darstellung reichen ihm fotografische Mittel nicht mehr aus. Die Kombination sowohl alter wie neuer Techniken musste her, um die Ideen zu Bildern werden zu lassen.

So entstanden Werke wie "Metamorphose DNA" aus 2007, eine sechsteilige Arbeit aus teilverspiegelten und gravierten Gläsern, die ihre Wirkung wesentlich aus teilweise in Gold aufgebrachten Hinterglas-Koloraturen bezieht. Glas und Spiegel werden mit Platindruck kombiniert, Kopiermontagen mit Fotofilm - nur Fotografie ist selten.

o.T. aus der Serie "Reconnaissance", 1990 (c) Andreas Horlitz, courtesy Galerie Florian Trampler

Andreas Horlitz, 1955 in Bad Pyrmont geboren, studiert zunächst Grafik-Design in Hannover, von 1976 bis 1989 dann an der Universität Essen mit dem Schwerpunkt Fotografie und Visuelle Kommunikation bei Otto Steinert und Erich vom Endt. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fotografischen Sammlung des Essener Folkwang-Museums, wird Dozent für Farbfotografie in Köln und Trier. Er lebt in München und Berlin.

Seine Arbeiten bewegen sich im Dialog vor allem mit der Biologie, Physik und Chemie. Es entstehen abstrakte Abbildungen naturwissenschaftlicher Phenomäne wie "Circulatorium II" (2008) oder "Autoportrait Cronos" (2011). Die Erde wird zu einer grauen, durch schmale Spiegelflächen durchbrochenen Kugel auf der Arbeit "Lexicon" von 2011.

Die in der Ausstellung gezeigten Bilder sind zwischen 1985 und 2011 entstanden. Sie bieten eine interessante kleine Werkschau.

Bis zum 25. Oktober 2012 in der Galerie Florian Trampler, Maximilianstraße 22/II in München, Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr, freier Eintritt.

Veröffentlicht am: 12.10.2012

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