Urform als Bindeglied: Walter De Marias "Large Red Sphere" im Türkentor

von Achim Manthey

Mit einem Bürgerfest wurde am Samstag (23.10.2010) der Kunstraum im renovierten Türkentor  auf dem Pinakothekengelände in München eröffnet. Er beherbert nun die Skulptur "Large Red Sphere" des US-amerikanischen Künstlers Walter De Maria (*1935).

Das renovierte Türkentor. Foto: Achim Manthey

Das Türkentor ist der einzig verbliebene Gebäuderest der 1826 errichteten Prinz-Arnulf-Kaserne des Königlich Bayerischen Infanterie-Leibregiments. Der Name soll zurückgehen auf den sogenannten Türkengraben, der entlang der Kurfürstenstraße von türkischen Kriegsgefangenen ausgehoben wurde.

Unter der Federführung der Architekten Sauerbruch und Hutton wurde der heruntergekommene Bau seit 2009 in enger Abstimmung mit dem Künstler Walter De Maria  bei Erhaltung der historischen Substanz so umgestaltet, dass sich Raum und Skulptur aufeinander beziehen. Die Sanierung war nur möglich geworden, da die Stiftung Pinakothek der Moderne den wesentlichen Teil der Baukosten übernommen hatte.

Walter De Maria "Large Red Sphere". Foto: Achim Manthey

Die Skulptur Walter De Marias, eine riesige Kugel aus rotem Granit mit einem Durchmesser vom 260 Zentimetern und einem Gewicht von 25 Tonnen, liegt auf einem ebenfalls vom Künstler entworfenen dreistufigen Podest und wird von vier Säulen umstellt, die eine Balkenkonstruktion mit unzähligen Nägeln tragen - Reste der ehemaligen Zwischendecke des Türkentors. Erworben wurde das Kunstwerk von der Udo und Anette Brandhorst Stiftung, die es den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen nun auf Dauer zur Präsentation im Türkentor überlassen hat.

Walter De Marias Werk zeigt eine Urform: die Kugel als universelles Sinnbild der Welt, der Himmelskörper, des Kosmischen, ein Symbol der Ewigkeit und der immer wiederkehrenden Erneuerung. In seiner Gesamtheit ist es von keinem Standort aus zu betrachten - Voraussetzung dafür, es in seiner Mächtigkeit und der Wucht, mit der sie den kubischen Raum füllt, auch kontemplativ zu erfahren.

So ist durch das Zusammenspiel von Bau und und Skulptur eine einzigartige begehbare Rauminstallation entstanden - eine Bereicherung des Münchener Kunstareals, das nun ein Bindeglied zwischen den Pinakotheken und der Sammlung Brandhorst erhalten hat.

Ab dem 24.10.2010 im Türkentor an der Türkenstraße in München, täglich außer Montag geöffnet in der Winterzeit von 10 - 16 Uhr, in der Sommerzeit von 10 - 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Veröffentlicht am: 24.10.2010

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