Kulturvollzug-Extra nach dem umjubelten Laternen-Joe-Auftritt in FFB: Ein Bilder-Spezial über Rodrigo González von den Ärzten

von Michael Grill

Als dieses Bild entstand, war dieser Mann noch kein Arzt. Foto: gr.

Ein so großer Erfolg hat auch den Kulturvollzug überrascht: Die Besprechung des Laternen-Joe-Auftritts in Fürstenfeldbruck vom 19. April 2011 ist seit der Veröffentlichung unentwegt Spitzenreiter bei den meistgelesenen Texten im digitalen Feuilleton für München. Das Geheimkonzert der Ärzte bewegt immer noch die Gemüter - tausende Ärzte-Fans (und mutmaßlich auch einige Verächter) beschäftigen sich mit der Club-Tour von Deutschlands bester Punkrock-Band, die in dieser Woche zu Ende geht.

Das ist der Anlass, warum wir im Fotoarchiv und im Gedächtnis sehr tief gegraben haben: Da war doch was vor sehr langer Zeit mit Rodrigo González, dem Bassisten, der derzeit Jack Laterne heißt? "Rod", wie ihn seine Fans normalerweise nennen, war Ende der 80er Jahre Gitarrist der deutschen Band Rainbirds. Vor allem wegen der herausragenden Stimme von Katharina Franck hatten die Rainbirds einige Hits ("Blueprint"), spielten zwei Tourneen - und lösten dann die damalige Besetzung auf. Gonzáles war relativ spät zur Band gekommen, hatte sich dann sehr schnell etabliert.

Die Geschichte der Rainbirds gehört gleich in mehrfacher Hinsicht zur Frühgeschichte der Ärzte. Schon 1988 trafen sie in München aufeinander, als sie gemeinsam (und mit Nina Hagen als Headliner) im Macht-der-Nacht-Zelt im Olympiapark auftraten (eine DVD von diesem Konzert der Ärzte erschien vor einigen Jahren mit der falschen Ortsangabe "Macht-der-Nacht-Festival in der Theaterfabrik"). Schon damals begegnete man sich im weitläufigen Backstage-Bereich etwa auf Höhe des heutigen Tollwood-Geländes, und schon damals war erkennbar, dass Gonzáles (sowie Rainbirds-Bassist Michael Beckmann) eine sehr viel größere Affinität zu den Ärzten hatte als die anderen Mitglieder der Band.

Als die Rainbirds Ende 1989 mit einem Auftritt im Berliner Tempodrom ihre Tour abschlossen, eskalierten noch in der anschließenden Nacht die längst vorhandenen Spannungen in der Band: Die weiblichen Mitglieder auf der einen und die männlichen auf der anderen zogen in jeweils entgegengesetzte Richtungen ab, um das Finale der Tour zu feiern. Und zu sehr später Stunde sah man in einer Berliner Kneipe Rodrigo Gonzáles mit einem gewissen Bela B. die Gläser heben. So fing es an, nicht alles, aber sehr, sehr viel...

Der Kulturvollzug dokumentiert die Fotos aus dieser Zeit der späten Rainbirds und der frühen Ärzte - mit einem konzentrierten Blick auf einen Gitarristen, der zum Bassisten wurde, und der mittlerweile an beiden Instrumenten eine echte Leuchte ist.

Und nochmal der Hinweis: Der Text zum Konzert in FFB befindet sich hier: https://kultur-vollzug.de/2011/04/20/debil-wie-nie-die-arzte-alias-laternen-joe-beim-geheimkonzert-in-furstenfeldbruck/

 

 

Veröffentlicht am: 26.04.2011

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