Dark Side Of The Dino

von Michael Grill

Gesehen im Künstlerhaus bei der Vernissage der Ausstellung "Ich zeichne, also bin ich" von Cornelia von Seidlein. Die sensibelste unter den großen Münchner Zeichnerinnen zeigt sich dort wieder einmal als die Meisterin der kleinen Formen, ein wacher Geist, der mal als Grande Dame einen lakonischen Blick auf die Welt wirft, mal als Papierversteherin das Material untersuchen und ihm huldigen will. Gezeigt werden nicht jene Arbeiten, die im ewigen Spagat zwischen Redaktionen, Verlegern und den eigenen Vorstellungen entstanden sind, sondern die eigenen Sachen. Sozusagen "The Dark Side Of Cornelia", wie der Laudator, der Musiker, Dirigent und Komponist Peter Stangel sagte. Ganz so dunkel sind die Drucksachen, Miniaturen aus sehr unterschiedlichen Techniken über Schnitte und Tusche bis Collage aber gar nicht. Sehr oft aber absurd und komisch. Stangel: "Ein wunderbarer, flinker Dinosaurier, nicht ausgestorben!" Seidlein gehe es tatsächlich noch um die Beherrschung von Fähigkeiten, so Stangel: "Es geht um das Wesen, um das Wesentliche." Das sei wie bei Alberto Giacometti: "Wenn man auch nur ein kleines Tüpfelchen wegnimmt, bricht die Figur auseinander." Und das alles analog, quasi aus einer Zeit, in der Aufträge auch von innen kamen. "Unterschätzt die Dinos nicht", so Stangel, denn: "Wollen wir doch mal sehen, wer Klassiker wird." (Münchner Künstlerhaus, bis 29. Juli 2019; telefonische Voranmeldung unter 59918414 erforderlich.) gr. / Foto (mit einem Filter von Vignette): Michael Grill

Veröffentlicht am: 09.07.2019

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