70 Jahre danach

von Michael Grill

Diesen Blick aus einem Fenster auf den Königsplatz gab es zuletzt aus dem sogenannten Braunen Haus, der im Krieg zerstörten Parteizentrale der NSDAP. Nun, endlich, 70 Jahre nach der Befreiung Münchens durch amerikanische Truppen, steht an dieser Stelle das NS-Dokumentationszentrum, der "zentrale Lern- und Erinnerungsort, der an die Verbrechen der NS-Diktatur erinnert", so die Stadt.  Vom 1. Mai 2015 an ist er für Besucher geöffnet, bis Ende Juli ist der Eintritt frei (Di. - So. 10 bis 19 Uhr).  Im C.H. Beck-Verlag erscheint zu dem Anlass ein neues Standardwerk "München und der Nationalsozialismus" mit mehr als 600 Seiten (38 Euro). Bei der Vorbesichtigung war bereits zu spüren, dass manche von heutigen Event-Museen geprägten Erwartungshaltungen an das Haus fehl gehen müssen - das Doku-Zentrum verzichtet aus guten Gründen auf jegliche Nazi-Realien und lädt zum Wahrnehmen und Nachdenken rein über Medien ein. Das wirkt auf den ersten Blick etwas spröde. Ist aber auf den zweiten nicht so, denn Wahrnehmen und Nachdenken tun gut, erst Recht bei dem Thema. Und ausreichend real ist der Blick aus dem Fenster. gr. / Foto: Michael Grill

Veröffentlicht am: 30.04.2015

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