Zum plötzlichen Tod des Münchner Zeichners Christian Moser

"un-fass-bare, das"

von Michael Grill

Kleiner Kopf 255 (Bild: Christian Moser)

Die Nachricht geht nun herum in der Stadt, und nicht nur die, die ihn kannten, können es nicht fassen: Der Münchner Zeichner, Autor und Kabarettist Christian Moser ist tot. Der erst 1966 Geborene war am Dienstag (13. August 2013) leblos aufgefunden worden.

Über die Umstände seines Todes gibt es noch keine genaueren Angaben. Auf Christian Mosers Facebook-Seite ist derzeit (14.8.2013, 22 Uhr) noch seine Zeichnung "Die Betörung" zu sehen - das wohl letzte "Monster des Alltags", das er dort eingestellt hat. Die von ihm erfundenen Wesen zur menschlichen Natur hat er in Büchern und Bühnenprogrammen zum Leben erweckt - sie werden noch lange weiterleben, denn sie gehören zu den genialsten Typisierungen unseres Wesens, die je mit humoristischer Absicht zu Papier gebracht worden sind.

Zur Erinnerung an Christian Moser möchten wir hier einen Text des Autors dieser Zeilen wiederholen, der am 5.2.2009 im Feuilleton der Münchner Abendzeitung erschienen war. Er beschreibt unter der Überschrift "Bunt und sonderbar" einen Auftritt der Kabarettisten Moser und Severin Groebner im Münchner  Fraunhofertheater.

"Die "Monster des Alltags", jene vom Münchner Autor und Illustrator Christian Moser erfundenen schrullig-tiefgründigen Comic-Verkörperungen menschlicher Schwächen, sind in Buchform zur festen Grösse auf dem Markt geworden. Gerade ist der dritte Band im Carlsen-Verlag erschienen, von der Langeweile bis zum Groll vergrössern 50 neue Bewohner den Monster-Zoo. Moser aber kämpft gemeinsam mit dem Kabarettisten Severin Groebner tapfer weiter um die Bühnenform der Idee. Im vollen Fraunhofertheater gibt er den Wissenschaftler, dessen spröder, aber von der Magie der Monsterfigürchen getragener Diavortrag im spannungsreichen Kontrast zu den mit vollem Körpereinsatz vorgetragenen Sketchen Groebners steht. Die Frühlingsgefühle etwa schütteln nun den von Groebner gegebenen Bürohelden kräftig durch: Brunft, Balz, Betörung, Hingabe machen das Leben bunt und sonderbar. Das ist so anrührend wie schrecklich - aber gegen Monster ist man machtlos."

Wie gesagt, man ist machtlos.

 

 

Der Kulturvollzug berichtete zuletzt über Christian Moser im März 2012 anlässlich einer Austellung bei Truk Tschechtarow.

Anm. d. Red. (15.8.2013, 10 Uhr): Die Zeitangaben am Anfang des Textes wurden präzisiert und angepasst.

Ein weiterer Bericht, in dem auch Angaben zur Todesursache gemacht werden, ist inzwischen im Münchner Merkur erschienen.

 

Veröffentlicht am: 14.08.2013

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A. B.
15.08.2013 15:07 Uhr

"Der erst 1966 Geborene IST am Dienstag (13. August 2013) leblos aufgefunden worden."

Bitte.

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