Warmspielen zum großen Finale

von kulturvollzug

[caption id="attachment_4364" align="alignright" width="225" caption="Dirigent Thielemann und seine Philharmoniker © www.wildundleise.de"][/caption]

Christian Thielemann und die Münchner Philharmoniker haben noch einiges zusammen vor. Zum Beispiel mit allen Symphonien von Johannes Brahms an zwei aufeinander folgenden Abenden Teile der Republik zu bespielen. Die Generalprobe dazu findet im Gasteig statt.

So langsam wird man sich daran gewöhnen müssen, dass die Liaison zwischen dem streitbaren Berliner Star-Dirigenten und Münchens Stadtmusikanten in ein paar Monaten zu Ende geht. Bis dahin gibt es aber noch eine Menge zu tun. Etwa in der nächsten Woche in Baden-Baden, wo an zwei Abenden sämtliche Symphonien von Brahms präsentiert werden sollen.

Grund genug, den Ernstfall zu proben. Wie man nicht erst seit dem Beethoven-Zyklus mit den Wienern im vergangenen Jahr weiß, neigt Christian Thielemann gelegentlich dazu, Zusammenhänge aufzudröseln und sie in vielfältige Episoden zu unterteilen. Das kann in der Oper sinnvoll sein. Symphonische Musik, zumal wenn sie strikten Strukturen folgt, gewinnt dadurch nicht immer.

Für das Brahms-Abenteuer im Gasteig hatte der Maestro die zweite und dritte Symphonie ausgewählt. Sie sind in ihren Stimmungen sehr unterschiedlich: die eine heiter, die andere melancholisch. Dass die heikle Atmosphäre der so oft missverstandenen Dritten insgesamt überzeugender eingefangen wurde als der unbekümmerte, diesmal leider ziemlich laut lärmende Glanz der Zweiten, hatte man erhofft. Dennoch irritierte gerade während der Dritten immer wieder die Neigung des Dirigenten, einzelne Stellen durch dynamische oder rhythmische Spielereien zusätzlich interessant machen zu wollen.

Verständlich, dass den Philharmonikern diese Wechselbäder ein Äußerstes an Konzentration abverlangten. Die Ungenauigkeiten im Zusammenspiel und die klanglichen Schärfen überraschten trotzdem – beide Werke gehören schließlich zum Mainstream.

Volker Boser

Veröffentlicht am: 22.01.2011

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Haslacher
10.03.2011 12:24 Uhr

Beethoven pomposo !

90 Streicher beim 5. Klavierkonzert sind rekordverdächtig und viel zu viel !!

Der Flügel war unmöglich gestimmt. Frau Grimaud spielte aber wunderbar.

7. Beethoven wieder viel zu laut und bompastisch. Sehr schade !

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