Hans Peter Krohns neues Soloalbum

Eine Gratulation zum Quasi-Comeback nach elf Jahren

von kulturvollzug

Hans Peter Krohn. Foto: Archiv Wolff

"Zugegeben, die langjährige Zusammenarbeit mit Hans Peter Krohn lässt mich eventuell ein wenig genauer hinhorchen, dennoch ist mein Urteil ehrlich und objektiv. Und überwiegend positiv", sagt unser Autor Moses Wolff. Hier sein Urteil über das neue Album der Münchner Krohnband.

Kristallklarer Sound schallt einem entgegen - und gleich das erste Gitarrenriff lässt ahnen, was für ein wunderschönes Album da auf einen zukommt. Freilich hat Hans Peter Krohn den Rock'n'Roll nicht neu erfunden. Wohl aber hat er ihn begriffen und weiß, wie man ihn meisterhaft umsetzt. Nach elfjähriger Pause hat er nun endlich wieder ein Soloalbum mit seiner "Krohnband" aufgenommen.

Eine eingängige, durchgehend groovige Produktion, aufgenommen im Studio Isar1 von Michael Högl, Sohn des legendären Helmut Högl. Und der wunderbare „Mann mit dem goldenen Reglerfinger“, Alex Klier, hat dem Ganzen mit seinem Mastering noch den letzten Schliff gegeben. Nicht umsonst lassen die Killerpilze, die Sportfreunde Stiller und die Ärzte ihre Alben bei ihm mastern. Der Mann ist nämlich in der Lage, in Musik hineinzuschlüpfen und während des Masterns - sozusagen - darin zu existieren.

„Traveller in between“ ist eine Mischung aus sattem Gitarrenrock, geschmeidigen Themen, erdigen Texten und überwältigenden Arrangements, die an Steely Dan, Lou Reed und Dire Straits erinnern, aber dennoch deutlich Krohns Handschrift tragen. Krohn beherrscht sein Instrument, das Spektrum seiner musikalischen Wege ist schier unerschöpflich. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Reisender zwischen den Klangwelten. Bis auf einen Song von J. J. Cale ("Sensitive Kind") stammen sämtliche Kompositionen und Texte des Albums aus seiner Feder. Einzig beim Gesang ist er für meinen Geschmack etwas zu zurückhaltend, da könnte er ruhig noch etwas Gas geben. Den Songs allerdings schadet das nicht.

Zu den Credits: Hans Peter Krohn zählt zu den kunstfertigsten zeitgenössischen Gitarrenspielern der Münchner Szene, sein Spiel ist virtuos, einfallsreich und meisterhaft. Der gebürtige Münchner musiziert seit seiner Kindheit, bis heute arbeitet er als Komponist, Produzent, Studiomusiker und spielt jährlich um die 100 Livekonzerte. Er arbeitete mit Richard Rigan, Bruno Jonas, Willy Michl, Abi Ofarim, Ron Williams, Georg Ringsgwandl und - wie gesagt - mit dem Verfasser dieses Textes. Durch Auftritte als Bandleader in diversen Filmen und Serien wie „Kehraus“ und „Monaco Franze“ kam er auch ins Fernsehen und die Kinos.

Akkordeonspieler und Pianist Theo Degler absolvierte ein Pianostudium am Konservatorium, widmete sich zeitlebens der Musik und arbeitet bis heute als Komponist, Instrumentalist, Arrangeur, unter anderem für Claudia Jung, Albert C. Humphrey, Roberta Kelly, Joan Orleans und Franz Benton. Er schrieb diverse Filmmusiken und verfasste diverse Lehrbücher für Klavier und Akkordeon.

Vollblut-Bassist Christoph Vaumeier überzeugt durch sein extrem solides Fundament und sein eingängiges Chordspiel, das stellenweise an Pino Palladino erinnert. Der gebürtige Landshuter spielte schon mit unterschiedlichen internationalen Künstlern und zählt seit vielen Jahren zum festen Stamm der Krohn-Familie.

Chris Springet am Schlagzeug ist ein lebendes Metrum, seine Beats klingen wie direkt aus den frühen Motown-Jahren. Nach dem Studium am Mozarteum arbeitete der gebürtige Salzburger mit nahezu allen namhaften europäischen Galastars, tourte mit unzähligen Bands im In- und Ausland und sicherte sich auch als Studiomusiker einen Namen.

Bereits mit zwölf Jahren begann Carolyn Breuer mit dem Saxophonspiel. Ihr Vater, die Müncher Jazzlegende Hermann Breuer, beschenkte sie schon im zarten Kindesalter mit wunderschönen Posaunenklängen und Klavierarrangements, so dass ihre Entscheidung, Berufsmusikerin zu werden, quasi auf der Hand lag. Nach einem Studium am Konversatorium im holländischen Hilversum folgte ein längerer Aufenthalt in New York, wo sie unter anderem bei George Coleman und Branford Marsalis Privatunterricht nahm. 2003 erhielt die gebürtige Münchnerin als erste Jazzmusikerin den Heidelberger Künstlerpreis. Ihr Saxophonspiel ist äußerst vielfältig, unaufdringlich, elegant und wahrlich einzigartig.

Der gebürtige Siebenbürger Otto Staniloi - Saxophon, Tuba und Flöte - beherrscht vom Rock'n'Roll über Jazz, Blues und Folk bis hin zur Klassik eigentlich sämtliche Genres der Live- und Studiomusik. Er spielte bei den Supremes, arbeitete mit Hugo Strasser, Ernst Mosch, Patrick Lindner und John West. Seit 1995 ist er fester Bestandteil der Spider Murphy Gang.

Nach ihrem Musikstudium an der Münchner Jazzschool traf die Soulsängerin Conny Kreitmeier den Ausnahmemusiker und Multiinstrumentalisten Norbert Bürger. Gemeinsam gründeten sie das groteske Rock- und Pop-Duo „Orchester Bürger Kreitmeier“, spielten facettenreiche Musikstücke und parodierten dabei sämtliche Musikgenres. Kurz nach der Auszeichnung mit dem deutschen Kleinkunstpreis trennte sich das Orchester Bürger Kreitmeier. Seither verwirklicht Conny Kreitmeier Soloprojekte. Ihre Stimmvielfalt ist einzigartig, ihr Reichtum an Möglichkeiten nahezu unbegrenzt und ihr Charme wie ihre Erotik nicht nur live, sondern auch bei Studioaufnahmen deutlich spür- und hörbar.

Moses Wolff

Der Autor arbeitet selbst seit Jahren mit Hans Peter Krohn zusammen, unter anderem bei "Moses Wolff und Freunde" sowie im Langzeit-Bandprojekt "Perlen vor die Säue".

CD-Release-Party ist am 15.11.2012 in der Max Emanuel Brauerei, Adalbertstraße 33 in München. Beginn 20 Uhr.

Veröffentlicht am: 14.11.2012

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