"A La Manera Cubana" von Antonio Koudele

Tanz in den Mai - welch aufregender Chachacha

von Michael Wüst

Wo sonst als vor einer Palme: Antonio Koudele (Foto: acs-records)

Was gibt es Schöneres, als mit dem Hüftschwung einer Salsa a la Manera Cubana, eines Son Montuno, Chachacha oder einer Guaracha sich auf kubanische Art in die leichte Luft des Mai zu drehen, zu verlieben - zu tanzen? Gelegenheit dazu gibt die neue CD "A la Manera Cubana" von Antonio Koudele und seiner 7-köpfigen Combo "Aventura Cubana".

Der musikalische Stile-Mix aus Puerto Rico nahm den Weg seiner Verbreitung Richtung New York und Miami auch auf Umwegen ins sozialistische Kuba, wo Salsa noch in den 70er Jahren als Musik des Klassenfeindes und der Exilanten nach der Revolution von 1959 betrachtet wurde. Aufzuhalten war des Siegeszug dieser "Musica Bailable" (span. Tanzmusik), wie man etwas knöchern Salsa in Kuba nannte, natürlich nicht. Im Land der berühmten Charanga-Orchester stehen Juan Formell mit "Los Van Van" und "Irakere" für diesen liebenswürdigen Siegeszug.

Der Gitarrist Antonio Koudele, in Wien geboren, studierte am Richard-Strauss-Konservatorium. In den 80er Jahren ermunterte ihn George Benson, Kontakt zur brasilianischen Musikszene zu knüpfen. Anfang 2005 besucht Antonio Koudele Kuba, da muss es wohl sauber gefunkt haben.

"A La Manera Cubana" mit den Eigenkompositionen und Arrangements von Antonio Koudele ist ein stilsicherer Streifzug durch die kubanischen Versionen jeglicher "Musica Bailable" der Karibik, Lateinamerikas, New Yorks und Miamis. Aus politischer Reglementierung bricht sich kulturell gleichwohl ein eigenes Idiom Bahn: Die kubanischen Sons Montuno ("A la Manera Cubana", "La primavera"), typisch mit der Tres-Gitarre der drei Doppelsaiten (Edel Nieves, Tres Cubano, Voc) werden im Gegensatz zu dem klassischen Blech der Posaunen und Trompeten im puerto-ricanischen Salsa, mit den weicheren Woodwinds der Querflöte und des Saxofons (Marcio Tubino) gespielt.

Aufregend, geradezu befriedigend ist der Chachacha der CD ("La Habana Vieja")! Die herrlichen, präzisen Akzente im klassischen Synkopieren des 2/4-Taktes erinnern sogar ein bisschen an das berühmte "Oye como va" von Santana. Und unter der rhythmischen Überwachung von Clave, dem Timbales, Congas und Maracas (Ravi Pagnamenta und Scorpio) können sich der Bass (Imre Bajka) und das Klavier (Peter Wegele) so herrlich frei fühlen, als wäre gerade dies ein lebhafter Ausdruck einer nicht unterdrückbaren Musik, nicht unterdrückbarer Lebenslust! Salsa! Azugar!

Antonio Koudele und die "Aventura Cubana" sind am 5. Mai 2012, 20.30 live in der Unterfahrt zu hören.

Veröffentlicht am: 03.05.2012

Über den Autor

Michael Wüst

Redakteur

Michael Wüst ist seit 2010 beim Kulturvollzug.

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