Heimspiel für Jamaram im Backstage: Mit den Fans tanzen sie bis hinauf zur Reggae-Wolke

von kulturvollzug

Die Stimmungsgaranten. Foto: Jamaram

Für eine DVD-Aufnahme kann es für Jamaram keinen besseren Ort als die bayerische Landeshauptstadt geben. Die Münchner Band hat im Backstage Heimspiel und die Party ist gesichert. Die neue Live-DVD kann die Reggae-Fans nun auch über einen frostigen Winter hinwegtrösten.

Zum Dank für die jahrelange Begleitung widmet Sänger Tom Lugo den Song „The Finest“ der ohnehin schon glückstrunkenen Münchner Fangemeinde. Von „Satin Butterfly“ bis „Jameleon“ brachte Jamaram die All-Stars seiner zwölfjährigen Bandgeschichte. Damit hebt jeder auf die Reggae-Wolke im Musikhimmel ab, denn die fünf Alben haben einiges zu bieten. Es ist der Friede-Freude-Eierkuchen-Sound in „Out my window“, es ist der Saxophonist Hannes Beblo, der das ganze Publikum zu „Green Leaf“ im Kreis tanzen lässt, es ist die südamerikanische Salsakultur in „Ya estaba fría“ oder der Song „Kalahassi“, der einfach nur noch die Bude rockt, die das Programm von Jamaram so abwechslungsreich aber trotzdem unverkennbar machen.

Schade nur, dass bestimmte Lieder, beispielsweise „Get together“, glatter erscheinen als früher. Da entsteht dann doch der Verdacht, dass für DVD-Kommerz-Zwecke gemainstreamt wurde.

Die acht Sunnyboys sind Stimmungsgarant. Man hat das Gefühl, dass sich da auf der Bühne ein paar hyperaktive Musiker austoben, die permanent ihre gesunden, weißen Zähne zeigen und nicht still halten werden, bis das Publikum mitspringt. In diesem Zuge lassen sie "junges Gemüse" im Fleischkessel herumhüpfen und begeben sich zum „Jamaram Stylee“ mitten ins Publikum. Dort treffen sie zu einem Großteil auf Fans im Erstsemester-Alter, die 2011 ihren ersten freien Sommer mit Jamaram auf dem iPod an der Isar gefeiert haben. Erstaunlicherweise ist auch Nachwuchs im einstelligen Alter da sowie die übliche gemischte Fangemeinde.

Eine Schrecksekunde lang hatte Ich + Ich als Vorband auf der Bühne gestanden, die sich dann doch als der lediglich frappierend ähnliche Sascha Seelemann alias Lupin entpuppte. Die vier aufstrebenden Dachauer Jungs spielten einen Mix aus Soul, Blues und Jazz. Der Sänger schmeichelte sich mit seiner soulig-warmen Stimme beim Publikum mit Leichtigkeit ein, hinterließ mit seinem Mickey-Mousing aber auch das eine oder andere Stirnrunzeln. Dann doch lieber die unprätenziösen Jungs von Jamaram.

Sarah Hilgendorff

 

Veröffentlicht am: 22.11.2011

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