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Portraits

"Ich habs gefeiert!": Der Münchner Rapper Roger Rekless und die Philosophie des Rhythmus

von Clara Fiedler am 19.09.2011

  Sein Lächeln ist so breit wie das Sofa, auf dem er sitzt. Feixend blättert er die „HipHop-Bravo“ durch und amüsiert sich königlich. David Mayonga alias Roger Rekless vermittelt vor allem eines: Gelassenheit. Ein liebevolles Verständnis für sich selbst spricht aus seinem Lachen, als er erzählt, wie er in Spandex-Hosen und mit dem Tennisschläger als Gitarrenersatz zu Bruce Springsteen vor dem Spiegel trockenübte. Er ist Gitarrist und Bassist. Und – trotz Vorliebe für Gitarrenrock – Rapper. „Ich denke nicht so genremäßig“, erklärt er auf die Frage, wie das zusammengeht.     » weiterlesen


"Ich wurde halt genommen...": Der Münchner Harfenist Christoph Bielefeld und das Schulternzucken eines Virtuosen

von Clara Fiedler am 04.09.2011

Er sitzt in einem breiten Ledersessel und erzählt, als würde er jeden Tag ein Interview geben. Er trägt Brille, Jeans und Turnschuhe, blondes, kurzes Haar, dazu ein souveränes, professionelles Auftreten und als Accessoire diese Art von Lässigkeit, die bei klassischen Musikern zu Unrecht mit Arroganz verwechselt wird. Das „Du“, das er gleich nach dem ersten Händedruck anbietet, ist offen und freundlich – auf geschäftlicher Ebene. Gelegentlich lehnt er sich zurück, die Hände über den Knien gefaltet.     » weiterlesen


„Ich liebe diese Welt“: Die Münchner Band „Intensive Erfrischung“ über Partystimmung, Hoffnung, und alles was so schiefläuft

von Clara Fiedler am 21.08.2011

Positive Energie, Feierlaune, „Gutes Feeling“: All das nennt Rapper Double J auf die Frage, was seine Band „Intensive Erfrischung“ sein soll. Kritisch und aufrüttelnd sind die Texte des jungen Münchner MC trotzdem. Er ist brutal mit Sprache. Klare Worte, unreine Reime und ein Gefühl für Eingängigkeit prägen seine Art von Poesie.     » weiterlesen


70 Jahre und kein bisschen leise - Zum runden Geburtstag des Münchner Schauspielers Fritz Wepper

von Angelika Kahl am 17.08.2011

Das Münchner Urgestein Fritz Wepper kennt man auf der ganzen Welt. In über 100 Ländern lief die ZDF-Serie "Derrick", und ist selbst in China Kult. Zwar fiel er in jüngster Zeit vor allem durch privaten Turbulenzen auf, doch auch als Bürgermeister Wöller in "Um Himmels Willen" unterhält er Millionen TV-Zuschauer. Heute feiert der Schauspieler seinen 70. Geburtstag. Der Kulturvollzug hat den Jubilar getroffen.     » weiterlesen


Die Kunst der Fügung: Die Münchner Indie-Band "Boy Android" steht mit erstem Album in den Startlöchern

von Clara Fiedler am 13.08.2011

Grau und regnerisch ist es an diesem Tag. Die wenigen Leute, die unterwegs sind, tragen Schirme und missmutige Gesichter. Hagen Fiedler, Sänger und Gitarrist der Münchner Indie-Band "Boy Android", begrüßt mit einem hintergründigen Lächeln und einem Kommentar zum Wetter. Ebenso Bassist Hannes Geiselbrecht, der trotz nächtlicher Feierlaune und anschließendem Morgengrauen seinen Humor nicht verloren hat.     » weiterlesen


Ein Mann in C-Dur: Der Pianist Hugo Seebach und sein besonderes Gefühl für die völlige Klarheit

von Clara Fiedler am 07.08.2011

Fast scheint es, als sei Hugo Seebach ein Widerspruch in sich. Dieses derbe Lachen, diese laute Art. Und dann die Feinfühligkeit, das zarteste Pianissimo an der richtigen Stelle, die absolute Sensibilität, wenn es um Musik geht. Es scheint wirklich nur so. Denn er lebt beide Facetten seines Wesens gleichermaßen authentisch.     » weiterlesen


Für die Gitarre und all das Schöne im Leben: Elisabeth Horst und ihre Samba

von Clara Fiedler am 30.07.2011

„Dir wird nicht langweilig werden im Leben“, hat ihr Professor Peter O’Mara ihr prophezeit. Das traut man ihr auch nicht zu. Das muss man bei ihr wirklich nicht befürchten. Denn die Gitarristin und Sängerin Elisabeth Horst zieht es zwar musikalisch vor allem nach Brasilien, ins Land der Bossa und Samba, aber eben nicht nur.     » weiterlesen


Zum 75. des Dirigenten Zubin Mehta: Womit verführt er am schönsten?

von Volker Boser am 29.04.2011

Vermutlich weiß er noch ganz genau, wie es war, als er sein Medizinstudium schmiss: in der Anatomiestunde hatte ihm sein Dozent vorgeworfen, den Tag zu verträumen anstatt den kleinen Haifisch vor ihm fachgerecht zu zerlegen. Da soll er genervt erwidert haben: „Zerstückeln sie ihn doch selbst“ – und davon gestürmt sein. So jedenfalls weiß es Cyrus Meher-Hornji im Textheft einer CD-Box zu berichten, in der Decca einige der schönsten Einspielungen Zubin Mehtas zusammengefasst hat. Etwa     » weiterlesen


Kini-Visionen im Orbit von Oberpfaffenhofen

von Michael Grill am 29.04.2011

Gerd Hirzinger vom Luft- und Raumfahrtzentrum ist einer der weltbesten Robotik-Spezialisten – jetzt hebt er die Traumwelten von König Ludwig II. in neue Dimensionen.   Hier geht es um den Mars, um sich selbst steuernde Autos, um künstliche Menschenherzen und um sogenannte Robonauten. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, eine andere Welt zu betreten, wenn man zu Gerd Hirzinger kommt. Es ist ein hellhöriger Zweckbau am Rande des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen mit braunen Funktionsmöbeln, grünen Türen und Blechlamellendecken. Allerdings behält der Sicherheitsdienst an der Pforte den Ausweis ein, und die Wände hinter der Eingangstür sind mit 44 Urkunden regelrecht gepflastert - vom Bundesverdienstkreuz bis zum Leibniz-Preis, der höchsten deutschen Auszeichnung für Wissenschaftler. Und über die Spüle in der Kaffeeküche hat jemand     » weiterlesen


Der Einzelgänger: Der gebürtige Pariser Serge Mangin porträtierte Kohl, Bush und Gorbatschow – er ist Münchens unbekanntester weltberühmter Künstler

von Michael Grill am 14.01.2011

Es gibt da eine kleine weiße Kellertür an einem großen grauen Jugendstilhaus in Schwabing, durch die vor einiger Zeit auch Michail Gorbatschow ging. Unten riecht es nach feuchtem Ton und trockenem Gips, es stehen jede Menge nackte Frauen herum und einige Männer. Der Raum misst vielleicht 30 Quadratmeter, er ist voller Werkzeug, fertiger und halbfertiger Figuren, dazu Fotos, Skizzen, Modellierbock. „Das hier ist mein U-Boot“, sagt eine kräftige Männerstimme mit zuckersüßem französischen Akzent, „gegen die Welt da oben“. Serge Mangin zieht ein breites Franzosenlächeln übers Gesicht.     » weiterlesen


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