Surreale Reise ins Ich: Naoko Tanaka zeigt beim Pathos Transport Festival „Die Scheinwerferin“

von kulturvollzug

Leibesvisitation mit Naoko Tanaka. Foto: Pathos München

Schon klar. Im Innern des menschlichen Körpers gibt es Adern, Knochen, Organe und so fort. Aber das, was man findet, wenn man zur Geisterstunde mit einer Taschenlampe bewaffnet in die eigenen Eingeweide reist, sieht ziemlich anders aus. Das ahnte jeder für sich alleine schon immer, und das beweist auch Naoko Tanaka mit ihrer Performance „Die Scheinwerferin“. Nie war eine Selbstreflektion so surrealistisch, so punktgenau und dabei gleichzeitig so unterhaltsam.

Tanaka hat enge Berührungspunkte mit der Tanzszene. Sie hat also ein berechtigtes Interesse an Händen und Füßen, wenn sie zunächst wie ein Arzt ihr eigenes Puppenabbild untersucht. Die Besucher kommen ausnahmsweise einmal durch die mittlere Bühnentür des Schwere Reiter, die schon für so viele, charmante Effekte diente – eine wunderbare Idee. Während sie die Bühnenszenerie mit Seziertisch, Naoko-Puppe, Glühlampe und einer seltsamen Landschaft aus Haushaltsgegenständen passieren, erkennen sie schon auf dem Weg zum Sitzplatz, dass die Künstlerin den eigenen Leib erforscht. Neue Blickwinkel sind also Programm. Und schon sehr bald folgt der entscheidende Aspekt: der von innen.

Seltsame Körperlandschaft. Foto: Pathos München

Tanaka fährt durch ihren Kopf-Körper – also das, was das limbische System als Bilder und Klangszenarien zum Thema „materielles Ich“ abgespeichert hat – wie ein Zug durch die Nacht. Sie wirft geheimnisvolle Besteck-Landschaften an die Schattenwand, gruselige Mangrovenwälder aus dem rasenden Herzen, oder chaotischen Filmbandsalat. Und das alles, indem sie mit der Taschenlampe durch eine am Boden installierte Menagerie des Alltags fährt. Begleitet von Eisenbahnrattern wird Belangloses riesengroß, und Unwichtiges wichtig. Der Körper, zumal einer Tänzerin, ist eben eine eigene Welt mit eigenen Gesetzen. Er fühlt, er nimmt anders wahr, er merkt sich Dinge, die der Kopf nicht nur vergisst, sondern oft gar nicht bemerkt. Sich das in so betörenden Bildern bewusst machen zu dürfen, ist ein Glücksfall. Zumal Tanaka nach treffsicheren 40 Minuten das Ende findet.

Doch auch ihre Technik fasziniert. Unglaublich, wozu sich die bellenden Hunde, die unsere Väter und Mütter einst an die Wand warfen, alles verwandeln können. Wie lange muss die Künstlerin vor ihren Stöcken, Gabeln und der Ich-Puppe zur Probe herum gerobbt sein? Dafür, dass sie sich auf das Niveau von Platons Höhlenmenschen begeben hat, die im Interpretieren von Schatten wetteifern, gebührt ihr Applaus.

Immerhin folgt sie mit ihrem Ansatz auch einer wissenschaftlichen Theorie, die derzeit immer populärer wird: Alles, was wir sehen, ist nur die Windows-Oberfläche einer Wirklichkeit, die viel zu kompliziert für uns ist. Die Baustelle des eigenen Körpers zu durchschauen – das ist da nur eine Anfängerübung.

Isabel Winklbauer

 

Veröffentlicht am: 07.06.2011

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Dank dir, jetzt endlich habe ich das Problem wirklich verstanden ;)

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Krass dass das tatsachlich wahr ist ;)

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Super Artikel, dies wollte ich schon immer mal schreiben, wusste nur nie wie ich das ausdrucken konnte ;-) !

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29.06.2011 16:45 Uhr

Im Grunde genommen ist dies eine super Geschichte, ich uberlege mir nur, ob das dauerhaft realistisch machbar ist.

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Tja, Dinge können manchmal wirklich simpel erscheinen. Herzlichen Dank für eure Erklärungen ;-)

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Wahnsinn! Sowas hätte ich niemals geglaubt

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Hat irgendjemand ne Idee wie stark das verallgemeinerbar ist?

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Herzlichen Dank, endlich habe ich das ganz begriffen ;-)

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Nun ja, Dinge konnen manchmal wirklich simpel sein. Besten Dank fur eure Erklarungen ;-)

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09.07.2011 20:14 Uhr

Hammer Comment, das wollte ich selbst auch schon immer mal schreiben, wusste aber niemals wie ich dies niederschreiben kann ;-) .

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Da fragt man sich beim Uberfliegen von www.kultur-vollzug.de ja schon, ob man doof war. Herzlichen Dank fur eure Erlauterungen

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Also ich vermute das war lediglich eine Mode

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Hammer! Sowas hatte ich garnicht gedacht :)

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Tjo, die Sachverhalte können so einfach sein. Danke :-)

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An sich n guter Kommentar, aber konnt ihr beim nachsten Mal n bisschen ausfuhrlicher schreiben? :-)

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Verruckt dass das tatsachlich funktionieren kann :)

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27.07.2011 00:29 Uhr

Eigentlich n super Beitrag, nur kannst du beim nächsten Mal nicht ein bisschen umfassender schreiben? Dies wäre echt super ;-)

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28.07.2011 19:56 Uhr

Da fragt man sich beim groben Uberfliegen schon, ob man selbst nicht komplett auf den Kopf gefallen ist. Dankeschon fur deine Berichte

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29.07.2011 16:08 Uhr

Krass! Diese Story hatte ich absolut nicht geglaubt

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Tjo, Dinge konnen manchmal wirklich simpel erscheinen! Danke ;-)

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Also ich bin der Meinung dies ist nur ne kurzweilige Erscheinung

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Da frage ich mich beim groben Durchlesen ja schon, ob man doof ist. Danke fur Ihre Einsichten

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04.08.2011 11:38 Uhr

Wirklich ein guter Beitrag. Ich werde www.kultur-vollzug.de mal mehr besuchen :)

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Absolut Genialer Artikel, dies wollte ich schon immer mal schreiben, wusste nur nicht wie ich dies zu Papier bringen kann ;) !

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06.08.2011 00:52 Uhr

Eigentlich ein cooler Post, aber konnt ihr spater nicht ein bisschen ausfuhrlicher sein? ;-)

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06.08.2011 05:37 Uhr

Heftig, ich hatte garnicht gedacht dass dies wirklich auch so umsetzbar war

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